Berufsunfähigkeitsversicherung: Warum sie unverzichtbar ist
Stellen Sie sich vor, Sie können von heute auf morgen Ihren Beruf nicht mehr ausüben – durch einen Unfall, eine chronische Erkrankung oder psychische Belastungen. Was würde mit Ihrem Einkommen passieren? Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) gehört zu den wichtigsten Absicherungen überhaupt und wird dennoch von vielen Deutschen unterschätzt. In diesem Beitrag erfahren Sie, warum eine BU-Versicherung unverzichtbar ist, worauf Sie beim Abschluss achten müssen und welche Fallstricke es zu vermeiden gilt. Das Thema Berufsunfähigkeitsversicherung ist dabei besonders wichtig.
Erschreckende Zahlen: Jeder Vierte wird berufsunfähig
Laut Statistiken der Deutschen Rentenversicherung wird etwa jeder vierte Arbeitnehmer im Laufe seines Berufslebens berufsunfähig. Das bedeutet: Die Wahrscheinlichkeit, irgendwann nicht mehr arbeiten zu können, ist deutlich höher als die meisten Menschen annehmen. Und die Ursachen sind vielfältig.
Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind diese Zahlen belegt.
Die häufigsten Gründe für Berufsunfähigkeit sind:
- Psychische Erkrankungen (ca. 29 Prozent): Depressionen, Burnout und Angststörungen sind die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit.
- Erkrankungen des Bewegungsapparats (ca. 20 Prozent): Rückenleiden, Bandscheibenvorfälle und Gelenkerkrankungen betreffen nicht nur körperlich Arbeitende.
- Krebserkrankungen (ca. 15 Prozent): Tumorerkrankungen können jeden treffen, unabhängig von Alter und Lebensstil.
- Unfälle (ca. 8 Prozent): Obwohl Unfälle in der öffentlichen Wahrnehmung dominieren, machen sie nur einen kleinen Teil der BU-Fälle aus.
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen (ca. 8 Prozent): Herzinfarkt und Schlaganfall können auch jüngere Menschen betreffen.
Was zahlt der Staat bei Berufsunfähigkeit?
Viele Menschen verlassen sich darauf, dass der Staat im Ernstfall einspringt. Doch die Realität sieht ernüchternd aus. Seit der Rentenreform von 2001 gibt es für alle nach dem 1. Januar 1961 Geborenen keine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente mehr. Stattdessen gibt es nur noch die Erwerbsminderungsrente – und die greift erst, wenn Sie weniger als sechs Stunden täglich in irgendeinem Beruf arbeiten können.
Die volle Erwerbsminderungsrente liegt durchschnittlich bei nur etwa 950 Euro monatlich. Davon Miete, Lebensmittel, Versicherungen und den bisherigen Lebensstandard zu finanzieren, ist schlicht unmöglich.
Die staatliche Absicherung bei Berufsunfähigkeit ist für die meisten Menschen völlig unzureichend. Ohne private BU-Versicherung droht im Ernstfall ein finanzieller Absturz, der nicht nur Sie, sondern Ihre gesamte Familie betrifft.
Was eine gute BU-Versicherung leisten sollte
Bei der Auswahl einer Berufsunfähigkeitsversicherung kommt es auf die Details an. Nicht jeder Tarif hält, was er verspricht. Achten Sie auf folgende Qualitätsmerkmale:
- Verzicht auf abstrakte Verweisung: Der Versicherer darf Sie nicht auf einen anderen Beruf verweisen, den Sie theoretisch noch ausüben könnten.
- Ausreichende Rentenhöhe: Die BU-Rente sollte mindestens 70 bis 80 Prozent Ihres Nettoeinkommens betragen. Als Faustregel gelten 1.000 bis 1.500 Euro als absolutes Minimum.
- Vertragslaufzeit bis zum Rentenalter: Die Absicherung sollte bis mindestens 67 Jahre laufen, da das Risiko mit dem Alter steigt.
- Nachversicherungsgarantie: Ermöglicht eine spätere Erhöhung der BU-Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung – etwa bei Gehaltssprung oder Familiengründung.
- Rückwirkende Leistungspflicht: Der Versicherer leistet ab Beginn der Berufsunfähigkeit, nicht erst ab Antragstellung.
Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Die Beiträge hängen von mehreren Faktoren ab: Beruf, Alter bei Versicherungsbeginn, Gesundheitszustand, gewünschte Rentenhöhe und Vertragslaufzeit. Einige Orientierungswerte: Im Kontext von Berufsunfähigkeitsversicherung ist dies besonders relevant.
Ein 30-jähriger Büroangestellter zahlt für eine BU-Rente von 1.500 Euro monatlich je nach Anbieter zwischen 50 und 100 Euro pro Monat. Ein Handwerker im gleichen Alter muss für die gleiche Absicherung mit 120 bis 250 Euro rechnen. Der Grund: Das Risiko einer Berufsunfähigkeit variiert stark je nach Tätigkeit.
Wichtig: Je jünger und gesünder Sie beim Abschluss sind, desto günstiger sind die Beiträge – und das für die gesamte Vertragslaufzeit. Frühes Handeln zahlt sich hier buchstäblich aus.
Häufige Fehler beim Abschluss einer BU-Versicherung
Fehler 1: Falsche Angaben bei der Gesundheitsprüfung. Wer bei den Gesundheitsfragen nicht ehrlich antwortet, riskiert, dass der Versicherer im Leistungsfall den Vertrag anficht. Seien Sie immer vollständig und wahrheitsgemäß in Ihren Angaben.
Fehler 2: Zu niedrige BU-Rente. Eine BU-Rente von 500 Euro klingt günstig, reicht aber im Ernstfall nicht aus. Kalkulieren Sie realistisch, welchen Betrag Sie zum Leben benötigen.
Fehler 3: Kurze Vertragslaufzeit. Eine BU-Versicherung, die nur bis 55 oder 60 läuft, lässt Sie in den letzten Berufsjahren ungeschützt – genau dann, wenn das Risiko am höchsten ist.
Fehler 4: Kombination mit Kapitallebensversicherung. Gekoppelte Produkte sind oft teuer und unflexibel. Eine eigenständige BU-Versicherung (selbstständige BU, SBU) ist in den meisten Fällen die bessere Wahl.
Alternativen zur klassischen BU-Versicherung
Falls eine klassische BU-Versicherung aufgrund von Vorerkrankungen oder dem Beruf nicht möglich oder zu teuer ist, gibt es Alternativen, die zumindest einen Teilschutz bieten:
- Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU): Günstiger als die BU, leistet aber erst, wenn Sie gar nicht mehr arbeiten können.
- Grundfähigkeitsversicherung: Zahlt bei Verlust bestimmter Grundfähigkeiten wie Sehen, Hören oder Gehen.
- Dread-Disease-Versicherung: Einmalzahlung bei Diagnose schwerer Krankheiten wie Krebs oder Herzinfarkt.
- Multi-Risk-Versicherung: Kombiniert mehrere Leistungsauslöser in einem Produkt.
Keine dieser Alternativen bietet jedoch den umfassenden Schutz einer echten BU-Versicherung. Sie sollten daher nur als Ergänzung oder Notlösung betrachtet werden.
Fazit: Die BU-Versicherung ist kein Luxus, sondern Notwendigkeit
Berufsunfähigkeitsversicherung – Ihre Arbeitskraft ist Ihr wertvollstes Gut. Hochgerechnet auf ein Berufsleben verdienen Sie mehrere Hunderttausend bis über eine Million Euro. Dieses Einkommen nicht abzusichern, ist ein enormes Risiko. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung gehört daher zu den absoluten Basisabsicherungen – noch vor jeder Altersvorsorge oder Geldanlage.
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